GEW Hessen News Feed http://dev.vbox.intern de_DE GEW Hessen Tue, 22 Jun 2021 14:47:24 +0200 Tue, 22 Jun 2021 14:47:24 +0200 TYPO3 EXT:news news-955 Mon, 14 Jun 2021 11:12:48 +0200 Wie geht es weiter, Herr Kultusminister? https://gew-wiesbaden.de/home/details/wie-geht-es-weiter-herr-kultusminister Pressemitteilung des Stadtelternbeirates Wiesbaden 1. Das Aufholprogramm – zu wenig, zu spät, ohne Konzept

Seit Beginn der Pandemie vor mehr als einem Jahr haben Schüler und Schülerinnen mehr als die Hälfte des sonst üblichen Präsenzunterrichts verpasst, ihre Sportvereine waren geschlossen, keine Kultur- und Freizeitangebote, keine Treffen im Freundeskreis, kein unbeschwertes Heranwachsen ...

Mit einem Corona-Hilfspaket für Kinder und Jugendliche will die Bundesregierung jetzt nicht nur die schulischen Schäden begrenzen. Zwei Milliarden Euro will der Bund ausgeben, davon ist eine Milliarde Euro für den Abbau von Lernrückständen. Das klingt beeindruckend, aber bei rund 10,9 Millionen Schüler*innen bedeutet dies nur etwa 92 Euro pro Kind für den Zeitraum bis Dezember 2022. Das ist zu wenig und folgt nicht der Einsicht, dass unsere Kinder noch lange unter den Folgen der Pandemie leiden werden. Aber auch dieses Geld muss erstmal sinnvoll ausgegeben werden.

Wo bleibt die Strategie, die Schwerpunkte nach Altersgruppen, Schulformen und Schulfächern setzt, wie diese Gelder im Sinne der Schüler*innen verwendet werden?

Kultusminister Lorz will die Herausforderungen für Hessen ‚beherzt gemeinsam anpacken‘ und stellt weitere 60 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Landes zur Verfügung, schlappe 72 € pro Schüler*in Hessen. Man habe bereits eine Stabsstelle im Ministerium eingerichtet.

Lorz setzt wie seine Amtskolleg*innen auf Lehramtsstudierende, pensionierte Lehrer, Volkshochschulen, Vereine – und auf kommerzielle Nachhilfeinstitute. Denn längst ist klar, es gibt zu wenig Lehrer*innen an den Schulen, die die Schüler*innen beim Schlie1 en der Lernlücken aus monatelangen Schulschlie1 ungen unterstützen könnten. In vielen Schulformen kann der normale Lehrplan kaum mit Kolleg*innen abgedeckt werden, eine Fehlplanung der vergangenen Jahre. Schätzungen gehen davon aus, dass jedes 4. oder 5. Kind Corona-bedingt Unterstützung braucht. Verlässliche Studien liegen noch nicht vor, Lernstandserhebungen wären dringend erforderlich und nicht erfolgt. Bei nur drei zusätzlichen Unterrichtsstunden pro Woche und Schüler*in lässt sich der bundesweite Bedarf auf über 200.000 Lehrkräften hochrechnen.

Wann kommt also das an einem gestrafften Lehrplan orientierte, individuelle Förderkonzept für alle Schüler*innen?

Wann sind welche qualifizierten Anbieter von Nachhilfe- und Förderangeboten an welchen Schulen in welchen Kommunen am Start?

Bisher ist davon nichts zu hören und zu sehen, aber gebraucht werden Konzepte zur individuellen Förderung, die einem pädagogisch erforderlichen Qualitätsstandard entsprechen. Jedem Kind in Hessen muss Unterstützung angeboten werden, die längerfristig angelegt und verlässlich ist. Sollen die Angebote nicht verpuffen, bedarf es einer Projektplanung inkl. Zeit- und Ressourcenmanagement und Überprüfung der Wirksamkeit.

Das staatliche Schulamt in Wiesbaden ist dabei, Ideen zu sammeln; ansonsten müsse man abwarten.

 

2.   Impfen, Testen, Schützen – oder die 4. Welle kommt bestimmt

Man muss kein*e Hellseher*in sein: Die 4. Welle kommt bestimmt, im Herbst, abgeschwächt.

Selbst bei optimistischen Schätzungen werden dann noch viele ungeimpfte Schüler*innen in Schulen aufeinandertreffen. Es gibt keine Impfempfehlung, es mangelt an Impfstoff, aber auch nicht jede*r möchte sein Kind impfen lassen.

Ein wissenschaftlich abgesichertes Impfprogramm für Schüler*innen hätte den Landespolitikern unangenehme Fragen erspart. Auch die Stadt Wiesbaden hatte rasch und bereits vor Freigabe des Impfstoffes und der Empfehlung der Stiko für Kinder ab 12 Jahre einen Koordinator benannt und Impftermine kommuniziert. Die Fragen danach, was sie konkret an Ma1 nahmen getroffen haben, um weitere Schulschlie1 ungen im Herbst und Winter zu vermeiden, verhallen hingegen unbeantwortet:

Wurde in den Gesundheitsschutz in Schulen investiert, so dass ein sicherer Schulbetrieb im Herbst auch bei steigenden Infektionszahlen möglich bleibt?

Seit über einem Jahr gibt es gute Konzepte für sicheren Präsenzunterricht: Luftfilter, Plexiglastrennscheiben, kleinere Klassen. Gut vorbereitet scheinen die Schulträger nicht, sie verweisen weiter auf Abstandhalten, wo es möglich ist, und Sto1 lüften. Mehr Busse für die Schüler*innenbeförderung? Ebenfalls Fehlanzeige.

Steht die Teststrategie für den Herbst?

Wie gehen wir um mit einer ‚gemischten‘ Schüler- und Lehrerschaft aus Geimpften, Genesenen und

Ungeimpften und lassen keine*n auf der Strecke?

Es darf nicht erneut zu schulischen Situationen kommen, in denen Kinder benachteiligt werden, diesmal weil sie nicht geimpft sind.

Meistern wir den Distanzunterricht, falls wieder notwendig, besser als zu Beginn der Pandemie?

Stehen die Konzepte für einen gelingenden Distanzunterricht basierend auf den Erfahrungen aus den eineinhalb Jahren der Pandemie? Sind alle Schüler*innen und Lehrer*innen digital ausgestattet und geschult, die Schulen am Breitband angeschlossen und unterstützenden IT-Fachkräfte eingestellt und eingearbeitet?

Oder werden wir im zweiten Corona-Herbst wieder hören: „Huch, das konnte keiner ahnen?“

Vorgaben und Anweisungen aus den Ministerien fehlen. Das städtische Schulamt in Wiesbaden sieht nach

eigenen Angaben derzeit keinen Handlungsbedarf. Man warte ab.

Die Beobachtungen legen nahe, dass man an oberster Stelle nicht bereit ist, in das Schulsystem und damit in die Zukunft der Jugend dauerhaft und vorausschauend zu investieren. Dies betrifft sowohl das knauserig geschnürte Bundesprogramm, wie auch die schön formulierten, aber unterfinanzierten Landesprogramme. Die Kinder haben in diesem auf (Aus-)bildung angewiesenen Land offensichtlich keine Lobby?

Erstaunlich ist, dass untergeordnete Ämter auf Anordnungen zu warten scheinen, während die Politik die Entscheidungen und Detailfragen gerne dorthin delegiert, weil man sich ‚an der Basis‘ vermeintlich besser auskenne. So sind alle gefangen, au1 er den Schulen und Familien, die weitermachen- ächzend unter der täglichen Last und der Zukunftsangst um ihre Kinder.

Sabine Fuchs-Hinze

Stadtelternbeirat Wiesbaden

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news-954 Mon, 14 Jun 2021 11:05:39 +0200 Fundstück aus dem Staatlichen Schulamt https://gew-wiesbaden.de/home/details/fundstueck-aus-dem-staatlichen-schulamt An der Tür einer Dezernentin befindet sich aktuell folgender Spruch: 

„Wer mir Steine in den Weg legt, muss damit rechnen, dass ich sie ihm an den Kopf werfe!“

Im Thesaurus finden sich zu „Steine in den Weg legen“ Synonyme wie: abblocken, behindern, entgegentreten, (be)hindern, nicht mitspielen, sich jmd. in den Weg stellen.

Die GEW empfiehlt: Bleiben Sie besonnen!

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news-953 Tue, 01 Jun 2021 17:18:47 +0200 # Armutszeugnis für KuMi Kommunikation https://gew-wiesbaden.de/home/details/armutszeugnis-fuer-kumi-kommunikation Presseerklärung der GEW Bezirksfachgruppe Grundschulen Südhessen vom 31.05.2021 Respektvoller Umgang, klare Kommunikation – diese Grundsätze lernen wir als „Erstis“ zu Beginn unseres Studiums.
Dass wir bereits von Schulanfängern diese Basiskompetenzen erwarten können, jedoch vom Hessischen Kultusminister im Umgang mit uns das Gegenteil erfahren, stößt uns sehr bitter auf.

So werden wir im Februar 2021 von Herrn Dr. Lorz angewiesen, den Schwerpunkt auf die Fächer Deutsch, Mathe, 1. Fremdsprache und Sachunterricht zu legen - Klar, verstanden, haben wir trotz widriger Bedingungen bestmöglich umgesetzt.
Einen Monat später erreicht uns folgende Anweisung:

„Die Präsenzzeit in der Schule vor den Osterferien dient ausdrücklich nicht der Erbringung verbindlicher schriftlicher Leistungsnachweise.“
So weit, so klar. Verstanden, umgesetzt.

Jetzt wird’s verwirrend:
„Insbesondere in Phasen von Distanz- und Wechselunterricht sind außerdem folgende Bedingungen von Bedeutung:
Die Art der Aufgabenstellung muss so gewählt werden, dass es der Lehrkraft möglich ist einzuschätzen, ob es sich um eine selbständig erbrachte Leistung handelt.“
HÄH? So weit, so schwammig.

Eine eindeutige Ansage von oben, klar und empathisch, WIE GENAU wir das umsetzen sollen- Fehlanzeige. Stattdessen verdichtete sich der Dschungel weiter – und damit die Anspannung und Belastung in Kollegien weiter. Im Ministerschreiben vom 12.5.2021 erfuhren wir folgendes:
Die Notengebung soll nicht etwa nur in den Hauptfächern erfolgen, in denen wir Unterricht erteilt haben, sondern plötzlich auch in den Nebenfächern – die wohl bemerkt ÜBERHAUPT NICHT UNTERRICHTET WURDEN. Freundlicherweise erfahren wir dazu, dass die „Leistungsfestellung in den Nebenfächern über ALTERNATIVE FORMATE zu erfolgen hat. Würden wir im Klassenzimmer auch nur annähernd so diffuse Arbeitsaufträge erteilen, jede Klasse würde uns um die Ohren fliegen. Und zu Recht!

Ist es zu viel verlangt, vom Kultusminister klar umsetzbare Anweisungen zu erwarten, die fair für Eltern, Kinder und Lehrkräfte sind? Hierzulande erwiesenermaßen ja. Was ein Armutszeugnis!

Wiesbaden, den 31.05.2021

# Mutmachnoten JA, Mutmaßliche Noten NEIN: keine Noten in den Nebenfächern!

Als leidenschaftliche Grundschullehrerinnen schätzen wir gerade auch die Nebenfächer. Denn in diesen (Unterrichts-) Zeiten zeigt sich die Kreativität, Spontanität, Musikalität und Sportlichkeit der Kinder, dass die Freude-Funken nur so sprühen! Im Idealfall hätten wir uns – gerade als „schönes“ Gegengewicht in Pandemiezeiten - nur zu gern auch den musischen, künstlerischen, sportlichen und fremdsprachlichen Aspekten des Curriculums gewidmet. Allerdings war dies im Distanz- bzw. Wechselunterrichtsmodus nicht leistbar. Uns stand lediglich die Hälfte der Unterrichtszeit zur Verfügung. Seit dem 19.04.2021 kommt erschwerend die Testpflicht im Klassenzimmer hinzu. Unterrichtszeit verrinnt in diesem Zusammenhang weiter.

Daher konnte und kann zeitlich und faktisch kein fachgerechter Unterricht in den Nebenfächern erteilt werden. Auch räumlich, sowie durch Hygieneauflagen ist kein fachgemäßer Unterricht in den Nebenfächern möglich (geschlossene Turnhallen, Sing- und Tanzverbot, zu wenig Platz für Kunstprojekte etc.). Daraus resultiert natürlich, dass keine faire und fachlich fundierte Notengebung möglich ist. Darüber hinaus kommt erschwerend dazu, dass Fachlehrkräfte pandemiebedingt momentan nicht flächendeckend eingesetzt werden können.

Somit stellen sich uns folgende Fragen:

Auf welcher Grundlage soll die Notengebung erfolgen? Da uns keine Unterrichtszeit zur Verfügung steht, können wir keine qualifizierte Leistungsbewertung vornehmen. Im Distanz- oder Wechselunterricht stellt sich zudem verstärkt die Frage, was wir bewerten: Elternleistung oder Kinderleistung? Zu befürchten ist ersteres: somit öffnet sich die soziale Bildungsschere weiter! Es besteht die Gefahr, dass die SchülerInnen OHNE qualifizierten Unterricht MIT Leistungsbewertung die Freude und das Interesse an den Nebenfächern verlieren, die ihnen zuvor Freude bereitet haben. Dies führt in eine Demotivationsspirale, was in ästhetischer Erziehung tödlich ist. Wie sollen wir Fächer, die eigentlich Spaß machen sollen, unfundiert bewerten und die SchülerInnen dadurch nachhaltig demotivieren?

In der Anordnung von Minister Lorz vom Februar 2021 an die Schulleitungen werden die Kollegien dazu angehalten, sich auf den Unterricht in den Hauptfächern zu konzentrieren. Dem sind die KollegInnen gefolgt und haben dies bestmöglich getan. Nun wird von uns jedoch auch die Notengebung in den Nebenfächern gefordert, und dies bei weniger als der halben Unterrichtszeit. Hieraus entsteht eine Paradoxie, die wir im Alltag nicht auflösen können.

#Fairness first: gegenseitiger Respekt nicht nur im Fußball, sondern auch in Bildung

Als Vertreterinnen und Vertreter der Grundschulen im Gesamtpersonalrat Wiesbaden Rheingau baten wir im April in einem Schreiben an die Schulamtsleitung Wiesbaden um Hilfe bei der Auflösung dieser Paradoxie.
Eine Antwort haben wir bisher nicht bekommen. Das Traurige daran ist, dass wir bereits daran gewöhnt sind, keine Antworten zu erhalten.
Jedes Kind in der Schule soll gehört werden... die Hilferufe von uns Lehrkräften werden jedoch konsequent ignoriert. Ganz ehrlich, im Fußball wäre das ein definitives FOUL. Wir hoffen auf unseren Elfmeter, die Aussetzung der Notengebungspflicht in den Nebenfächern. Oder zumindest auf einen Eckball: dass uns erlaubt wird, im Zeugnis zu erwähnen, dass es Corona wirklich gibt.

GEWerkschaftliche Grüße
Das Vorsitzenden Team Antje Weitz, Manuela Kirschenlohr und Johanna Browman

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news-952 Tue, 01 Jun 2021 17:15:13 +0200 Schulplatzvergabe nach Wohnorten? https://gew-wiesbaden.de/home/details/schulplatzvergabe-nach-wohnorten Beitrag der Frankfurter Rundschau vom 31.05.2021 zum Wiesbadener Übergangsverfahren 4->5

Wegen der hohen Gymnasialquote von 50 Prozent warnt die GEW vor steigendem Selektionsdruck und Schulwechseln, wenn Kinder am Gymnasium scheitern. „Vom Trend her wird also das Gymnasium die Gesamtschule der Zukunft oder es gelingt endlich, die eine Schule für alle zu wagen, um künftig nicht noch größere Ströme von Schülerinnen und Schülern zur Unzufriedenheit aller Beteiligten umlenken zu müssen“, sagt Johanna Browman, Vorsitzende der GEW Wiesbaden-Rheingau.

https://www.fr.de/rhein-main/wiesbaden/wiesbaden-schulplatzvergabe-nach-wohnorten-90783373.html 

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news-951 Fri, 28 May 2021 11:52:02 +0200 50 Jahre European Business School https://gew-wiesbaden.de/home/details/50-jahre-european-business-school GEW-Wiesbaden-Rheingau erinnert an die vollständige EBS-Jubiläums-Historie Mit Erstaunen  haben wir die Éloge des Wiesbadener Kurier (Ostern 2021)  auf die EBS-Geschichte zur Kenntnis genommen…lediglich das Strafverfahren gegen den ehemaligen EBS-Präsidenten Prof. Jahns ist bei Ihrer Recherche  kritisch in Erinnerung geblieben…

Zur Vollständigkeit der EBS-Historie gehören aber auch noch folgende beachtlichen Fehlleistungen:

1. Die EBS musste 2011 ca. 950 000,--Euro  wegen Zweckentfremdung von Steuermitteln an das Land Hessen zurückzahlen. Die damalige Ministerin Kühne – Hörmann begründete ihre Rückforderung u.a. mit “Fehlbuchungen“…und das ausgerechnet in der EBS-BWL-Paradedisziplin.                               

2. Der Hessische Rechnungshof  (HRH)  stellte in einem Gutachten ( Dez. 2012 ) u.a. zahlreiche Fehler und Schwächen des EBS-Managements fest und warf der hessischen Landesregierung schwere Versäumnisse bei der EBS-Förderung vor.

 3. Dieses Gutachten des HRH spielte beim EBS-Untersuchungsausschuss im Hess. Landtag eine wichtige Rolle. Nach den Neuwahlen zum Hess. Landtag und der neuen Landesregierung aus CDU und   GRÜNEN wurde der Ausschuss leider nicht fortgesetzt.

4. Wirtschaftsprüfer*innen stellten wiederholt die instabile ökonomische Lage der EBS fest.

5. Eigentlich kämpfte die EBS durchgängig mit finanziellen Problemen…erst 2015 rettete sich die angeschlagene EBS lediglich durch eine Finanzspritze ihres Mäzens D. Hopp  sowie eines Schuldenerlasses verschiedener regionaler Kreditinstitute ( u.a. der Rheingauer Volksbank ) vor der Insolvenz.  2016 übernahm schließlich die SRH-Stiftung aus Heidelberg  die EBS für ca. 4 Mio. Euro.

6. Das international renommierte EQUIS – Zertifikat erreichte die EBS erstmals 2012 und zwar erst im dritten Versuch  und  2016 scheiterte die EBS zweimal an einer Verlängerung dieser EQUIS – Akkreditierung und darf  seitdem  diese Auszeichnung nicht mehr führen.

7. Heute kann festgestellt werden: Die EBS hat sich aus der gefühlten Zugehörigkeit zur  'Uni-Bundesliga' spektakulär verabschiedet .Der Versuch des ehemaligen Präsidenten Prof. Jahns, in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, als ob Harvard, Yale, Princeton und die EBS auf Augenhöhe agierten, entlarvt sich im Nachhinein als simpler  PR-Gag.

8. Versuche der GEW – Wiesbaden – Rheingau, die  damaligen Mitglieder des EBS – Stiftungsvorstands ( u.a. Oberbürgermeister Dr. H. Müller, CDU und F. Rentsch, FDP oder J. Fitchen, Vorstand der Deutsche Bank AG )  zu ermutigen, den unverständlichen ökonomischern EBS-Titanic-Kurs und dabei auch ihre Rolle offenzulegen, scheiterten an der fehlenden Kooperation der genannten Personen.

Insgesamt dürfte sich das finanzielle Engagement des Landes Hessen und der Stadt Wiesbaden auf über 60 Mio. Euro beziffern.                                                                             

Es wäre an der Zeit, vom Hessischen Finanz- und Wissenschaftsministerium, die Gesamtsumme - sowie die aktuellen finanziellen Zuwendungen zu erfahren, damit die hessischen Bürger*innen einen Eindruck davon bekommen, was mit ihren Steuermitteln geschieht.

Und - wie damals - stellt sich auch heute  wiederholt die Frage, inwieweit die private EBS  das Sonderungsverbot des Grundgesetzes ( GG, Art.7 ) und der Hessischen Verfassung ( HV, Art. 61 ) beachtet…lt. WK kostet ein BWL – Studium immerhin rund 43000,--Euro…übrigens, gilt das für ein Bachelor- oder Masterstudium?                                                                                              

Dieses Sonderungsverbot (ein Grundrecht) soll sicherstellen, dass bei Privatschulen „…eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird…“ 

Liebe Redaktion des Wiesbadener Kurier, aus diesen wenigen Beispielen können Sie erkennen, dass Ihre EBS – Geschichte um wichtige Details zumindest ergänzt werden muss.

Notabene zum Schluss: Bildung ist keine schnöde Ware und darf nicht lediglich zu einem Privileg für Gutbetuchte verkommen…auch deshalb ist das Sonderungsverbot von herausragender Bedeutung für unsere demokratische Gesellschaft.       

Die GEW - Wiesbaden - Rheingau fordert in diesem Zusammenhang die zuständigen Hessischen Ministerien ( Wissenschaft und  Finanzen ) und die Wiesbadener Stadtregierung auf, den Bürger*innen zu berichten, inwieweit dieses o.a. SONDERUNGSVERBOT  in der Realität auch tatsächlich eingehalten bzw. überprüft wird.                                                                      Als Bildungsgewerkschaft  kämpfen wir auch in Zukunft für die Einhaltung dieses Grundrechts bei Privatschulen sowie privaten Hochschulen und  fordern zu diesem Thema eine öffentliche Anhörung im Hessischen Landtag .

 

GEW – Wiesbaden – Rheingau, der Kreisvorstand

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news-950 Thu, 27 May 2021 16:27:58 +0200 Das 3-gliedrige Schulsystem an seinen Grenzen https://gew-wiesbaden.de/home/details/das-3-gliedrige-schulsystem-an-seinen-grenzen Pressemitteilung vom 27. Mai 2021 Die Wiesbadener Eltern haben gewählt – und zwar die weiterführenden Schulen für ihre Kinder.

Das Staatliche Schulamt musste wie in jedem Jahr Schüler*innen umlenken.

Das sagt die GEW Wiesbaden-Rheingau dazu:

 

Elternwünsche zeigen das Scheitern des dreigliedrigen Schulsystems 

1233 Eltern haben im Erstwunsch ein Gymnasium angewählt (1278 Plätze), 845 eine IGS (800 Plätze) und 384 eine Haupt-/Realschule (610 Plätze). 

Die HR-Schulen sind nur mit knapp 63% ihrer Kapazität angewählt. Die IGS sind in Summe überwählt, was jedoch vor allem an der Überwahl der Helene- Lange- Schule (233 Erstwünsche/ 100 Plätze) und der IGS-Kastellstraße (116 Erstwünsche/ 75 Plätze) liegt. Den Gymnasialwünschen der Eltern, die über 50% der Schulformwahl ausmachen, konnte durch Einrichtung des neuen Gymnasiums (Elisabeth-Selbert-Schule) und einer Klassenkapazitätserweiterung nachgekommen werden.

 

Abschulungen aus Gymnasien führen das gegliederte Schulsystem an seine Grenzen

Wie bereits in den vergangenen Jahren mahnt die GEW bei einer Gymnasialanwahl von über 50% den steigenden Selektionsdruck und drohende Abschulungserfahrungen an, denen Kinder ausgesetzt werden, und spricht sich gegen Abschulungen aus.

„Vom Trend her wird also das Gymnasium die Gesamtschule der Zukunft oder es gelingt endlich, die 'eine Schule für alle' zu wagen, um künftig nicht noch größere Schüler*innenströme zur Unzufriedenheit aller Beteiligten umlenken zu müssen“, sagt Johanna Browman, Kreisvorsitzende der GEW Wiesbaden-Rheingau. „Gerade in der Coronakrise wurde klar, dass wir nicht weitermachen können wie bisher und grundlegende Änderungen im Schulsystem brauchen, um noch einen Funken an Bildungs- und Chancengerechtigkeit zu bewahren.“

 

Helene-Lange-Schule (HeLa) zum ersten Mal ohne vorgezogenes Anmeldeverfahren – Chancen auf mehr Gerechtigkeit trotzdem verpasst

Kaum ein Kind aus den sogenannten Brennpunktschulen hat einen Platz an der HeLa ergattern können. Kinder aus Biebricher Grundschulen erhalten allesamt keinen Platz, ebenso Kinder aus dem Sauerland und von der großen 5-zügigen Geschwister-Scholl-Schule in Klarenthal.
An zwei großen Innenstadtschulen und an zwei Schulen in AKK wird die HeLa - wohl aus Erfahrungen der Vergangenheit - gar nicht erst angewählt.
Mit 14 HeLa-Aufnahmen aus einer einzigen Schule sticht die Konrad-Duden-Schule hervor. (Rosegger-Schule 12 Aufnahmen/0 Weiterleitung, Schumann-Schule 7/2, Kohlheckschule 6/1, GS Bierstadt 8/22).

Die GEW konstatiert: Für die HeLa selektiert das Staatliche Schulamt jetzt über die Einzugsgebiete, später wieder über das Kriterium der Geschwisterkinder. Und damit sind Kinder aus bestimmten Stadtteilen bis auf Weiteres raus, wenn es im nächsten Jahr keine deutliche Veränderung im Aufnahmeverhalten der HeLa gibt. Ein Prüfstein für das Selbstverständnis einer IGS mit Versuchsschulstatus.

Auch Inklusion findet nicht in Dreigliedrigkeit statt 

Selbst 12 Jahre nach Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention gibt es keine Inklusive Beschulung an Wiesbadener Gymnasien. Die HR-Schulen halten 18 Plätze, die IGS 72 Plätze planungsmäßig vor, die Gymnasien 0. „Ein Armutszeugnis für eine ehemalige Modellregion Inklusion!“, konstatiert Johanna Browman. „Es geht bei Inklusion eben nicht um Leistungsprinzipien beim Zugang zu weiterführenden Schulen“.

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news-949 Sat, 08 May 2021 17:45:26 +0200 Gedenken der Opfer des Faschismus und Widerstandskämpfer*innen https://gew-wiesbaden.de/home/details/gedenken-der-opfer-des-faschismus-und-widerstandskaempfer-innen Das Frankfurter „Bündnis 8. Mai 2021“ hatte aufgerufen, Frankfurt in ein Blumenmeer zu verwandeln und an Orten, die an die Opfer des Faschismus und Widerstandskämpfer*innen erinnern, mit Schildern, Plakaten und Blumen den Befreiern zu danken.

Der GEW-Kreisverband Wiesbaden hat sich an diser Aktion in Wiesbaden beteiligt.

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news-948 Sun, 02 May 2021 15:20:06 +0200 Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in hessischen Kitas unzureichend https://gew-wiesbaden.de/home/details/massnahmen-zur-pandemiebekaempfung-in-hessischen-kitas-unzureichend Angesichts steigender Corona-Infektionen bei Kindern sind die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in hessischen Kitas unzureichend. Es Bedarf, wie in Schulen, regelmäßiger, verpflichtender Tests für Kinder & Personal in Kitas und eine Beschleunigung der Impfkampagne (schnellstmögliche 2. Impfung für Personal sowie dringende Entwicklung eines Impfstoffes für Kinder & Jugendliche), um Kindern & Jugendlichen eine Perspektive aus den Einschränkungen der Pandemiebekämpfung sowie allen Beteiligten besseren Gesundheitsschutz zu gewähren. Ein stabilerer Betrieb der Kitas würde auch den gestreßten Eltern Entlastung bringen.

Hier die aktuellen Regelungen (https://www.hessen.de/fuer-buerger/corona-in-hessen/das-gilt-ab-24-april-2021#Kitas, Stand: 29.4.21):

Hessen hat aktuell keine Reglung für 7-Tage-Inzidenzwert unter 100 im Bereich KiTas, wohingegen für Schulen "zwei Tests pro Woche bei Wechselunterricht" vorgeschrieben sind.

Auch bei Inzidenzen über 100 bis 165 an drei aufeinanderfolgenden Tagen gibt es einen "Appell an die Eltern, ihre Kinder – wenn möglich – zu Hause zu betreuen."

Und bei Inzidenz ab 165 an drei aufeinanderfolgenden Tagen gilt für Kitas in Hessen: "Notbetreuung" und "Wenn die zuständigen Kita-Träger sich entschließen, Kinder regelmäßig vor dem Kita-Besuch zu testen, übernimmt das Land die Hälfte der Kosten für die Schnelltests."

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news-947 Fri, 30 Apr 2021 10:35:31 +0200 Remonstration gegen die Pflicht, Schülerinnen und Schüler beim Selbsttest zu begleiten https://gew-wiesbaden.de/home/details/remonstration-gegen-die-pflicht-schuelerinnen-und-schueler-beim-selbsttest-zu-begleiten Eine politische und juristische Einordnung Wie sag ich´s meinem Dienstherren? Oder: Darf man jetzt nicht mehr remonstrieren?

Bezüglich der Anweisung an die Lehrkräfte, die Corona-Testungen von Schülerinnen und Schülern in der Schule „zu begleiten“ nutzten sehr viele Kolleginnen und Kollegen das Remonstrationsrecht. Als Antwort erhielten sie ein standardisiertes Schreiben., Tenor: Ihr dürft das gar nicht, ihr Schlingel…!

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Das Antwortschreiben der Schulämter

Schülerinnen und Schüler, die derzeit in den Präsenzunterricht gehen, müssen zweimal in der Woche einen Antigen-Test vorlegen, der negativ ist. In den Osterferien war die Rechtslage noch so, dass die Tests nur in der Schule durchgeführt werden konnten. Inzwischen können Schülerinnen und Schüler zwar auch einen negativen kostenlosen Bürgertest vorlegen, dennoch wird an sehr vielen Schulen breit getestet.

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news-946 Fri, 30 Apr 2021 10:21:53 +0200 Der neue Insider 1/2021 ist erschienen https://gew-wiesbaden.de/home/details/der-neue-insider-1-2021-ist-erschienen Der neue Insider (Zeitschrift der Fachgruppe Berufsbildende Schulen der GEW Hessen) 1/2021 Frühjahr ist erschienen. Die digitale Ausgabe kann von der Homepage der GEW Hessen heruntergeladen werden:

https://www.gew-hessen.de/fileadmin/user_upload/veroeffentlichungen/insider/2101_insider_web.pdf

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