Helfen bedeutet leben: Jacob Teitel und der Verband russischer Juden in Deutschland (1920–1935)

Ausstellungseröffnung

Anlässlich des 100. Jahrestages der Einführung des internationalen Status „politischer Flüchtling“ bei der Liga der Nation (1922) präsentiert die Jacob Teitel Akademie e.V., Jüdische Gemeinde Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden die Ausstellung „Helfen bedeutet leben: Jacob Teitel und der Verband russischer Juden in Deutschland (1920-1935)“. Der Verband war seinerzeit eine führende Selbsthilfeorganisation von Flüchtlingen in Deutschland, in Frankreich und in den USA. 

Im Fokus der Ausstellung steht das Lebenswerk des Staatsrates Dr. Jacob Teitel (1850–1939), der in der Zwischenkriegszeit an der Spitze des Verbandes stand. Er war Pionier des Aufbaus der Kontakte zwischen den osteuropäischen und deutschen Jud*innen. Eine weitere bedeutende Person des Verbandes war der Kiewer Rechtsanwalt Alexis Goldenweiser (1890-1979), dessen Familie, wie viele andere Familien, nach den Revolution und Pogromen geflüchtet war, und in Wiesbaden Obhut fand.

Der Verband russischer Juden in Deutschland setzte sich für die Ausweitung der Rechte von russischen und jüdischen Flüchtlingen in Europa ein, wirkte beratend bei der Liga der Nation, initiierte Kinder- und Jugendprojekte für jüdische Waisen, sorgte für die soziale Unterstützung und Berufsintegration der Bedürftigen. Während des Holocausts leistete A. Goldenweiser, seine Familie und der Verband aus den USA die Rettungshilfe für Juden in Europa und unterstützten die Überlebenden bei der Auswanderung nach Palästina und in die USA.

Die Geschichte der russisch-jüdischen Einwanderung – beispielhaft genannt für die Lebenswege der Verbandsmitglieder – ist ein wichtiges Kapitel der Flüchtlingsgeschichte Deutschlands. Die Ideen der sozialen Solidarität und des gesellschaftlichen Engagements bilden heute die Grundlage der modernen multikulturellen Gesellschaft und der Flüchtlingsarbeit. 

 

Die Ausstellung findet unter der Schirmherrschaft der Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland statt. Die Präsentation in Wiesbaden wurde durch die Fach- und Koordinierungsstelle „Demokratie Leben!“ in Wiesbadengefördert. 

Zur Eröffnung der Ausstellung laden wir Sie herzlich ein:

Dienstag, 20.02.2024, 18.00 Uhr

im Wiesbadener Rathaus (Schloßpl. 6, 65183 Wiesbaden)

Nach den Grußworten und einem inhaltlichen Überblick über die Ausstellung besteht die Gelegenheit, an einer Führung mit der Kuratorin Dr. Elena Solominski teilzunehmen. 

 

Veranstalter:

Jacob Teitel Akademie e.V. Düsseldorf

Jüdische Gemeinde Düsseldorf

 

In Zusammenarbeit:

Jüdische Gemeinde Wiesbaden 

Aktives Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e. V

 

Projektförderer:

Bundesministerium des Innern und für Heimat

Verein 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.

Zentralrat der Juden in Deutschland e.V.

Fach- und Koordinationsstelle „Demokratie leben!“ in Wiesbaden

 

Über die Jacob Teitel Akademie e.V.

Die Jacob Teitel Akademie e. V. (JTA e.V.) wurde im Jahre 2022 als eine Migrant*innenorganisation mit dem Zweck “der Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedanken“ gegründet.

Die Bewahrung der Einwanderungsgeschichten in Deutschland im 20. und 21. Jahrhundert ist der Fokus der Projekte. Ein weiterer Schwerpunkt der Vereinstätigkeit bildet die praktische Förderung der Integration von Kindern und Erwachsenen mit Migrationshintergrund durch 

 

Kultur und Bildung, die erst die soziale, politische und kulturelle Beteiligung der eingewanderten Menschen ermöglicht und zur gesamtgesellschaftlichen Solidarität beiträgt.

 

Für Rückfragen steht zur Verfügung:

Dr. Elena Solominski

Düsseldorf

Telefon: 0174 812 38 90

E-Mail: elena.solominski@gmx.de

             art@teitel.de